Es ist schwer die Geschichte und Kultur eines Volkes und eines Landes in paar Worten zusammenzufassen, desto trotz möchte ich den Interessenten wenig Informationen geben. In unserer Vergangenheit gibt es, wie bei allen Völkern solche Ereignisse und Tatsachen, die denjenigen als nützlich erscheinen, die Ungarn und die ungarischen Menschen kennenlernen möchten. Viele Ausländer wissen vielleicht nicht, dass wir umringt von slawischen, germanischen, lateinischen Völkern eine, in der Umgebung einzigartige, finno-ugrische Sprache sprechen, die mit der Sprache der im Norden lebenden Finnen und Esten verwandt ist. Viele wissen vielleicht auch nicht, dass das Gebiet des Ungarischen Königreichs vor weniger als einem Jahrhundert das vierfache des Gebietes vom heutigen Ungarn war.
Die Ungarn lebten eh, vor mehr als tausend Jahren als Nomadenvölker irgendwo im heutigen Rußland, in der Umgebung des Ural Gebirges. Mehrere Unterkünfte verlassend näherte sich ihr Wohnort dem Karpaten-Becken. Die Besetzung des heutigen Gebietes erfolgte 896, bei der Landnahme, als die Ungaren durch die östlichen und südlichen Pässe der Karpaten eingedrungen sind, die hier aufgefundenen Landwirtschaft betreibenden Völker mit ihrer Reit- und Bogenkraft überfielen.
Das kommende Jahrhundert war die Zeit der Abenteuer: während zu Hause Heidenfürsten herrschten, die Reitheeren der ungarischen Nomaden plünderten Schätze von christlichen westlichen Staaten. Nach zwei bedeutenden Niederschlägen in den Niederlanden, erkannte unser letzter Fürst, Géza, dass sein Vol ohne einem festen Staat nicht erhalten bleiben kann, so erzog er seinen Sohn Vajk, den späteren Stephan den Heiligen, im christlichen Sinne. Stephan der Heiligen wurde 1001 mit der heiligen Krone vom Papst zum König gekrönt. Das, vom Dynastiegründerfürst benannte Haus der Arpaden bestand 300 Jahre. Die erste große Erschütterung des Staates war im 13. Jahrhundert die Mongoleninvasion, als die Nomaden nach einer verlorenen Schlacht das ganze Land nieder brannten. Auch der Herrscher mußte flüchten. Nach dem Aussterben des Hauses der Arpaden saßen berühmte ausländische Herrscherhäuser auf dem ungarischen Thron.
In der Geschichte gelang es den Ungaren praktisch noch einmal im Laufe des 15. Jahrhunderts ihren Schicksaal in die eigenen Hände zu nehmen. János Hunyadi, der große ungarische Feldherr, hielt 1456 bei Nándorfehérvárnál, d.h, bei dem heutigen Belgrád die osmanisch-türkische Kräfte auf, die damals die größte Bedrohung für Europa bedeutete. Der Sohn von János Hunyadi, Mátyás (Matthias) war ein europaweit geehrter, Renaissance Herrscher mit großem Einfluß, er eroberte mit seinem berühmten schwarzen Heer Provinzen, blieb aber ohne Nachkommen. Das Volke liebte ihn sehr: nach Volkslegenden bereiste er das Land in Verkleidung, und als er irgendwelche Bösartigkeiten, Rechtswidrigkeiten enthüllte, sprach er seine Verkleidung ablegend Recht.
Die Jahrhunderte 16-17 sind die Zeit der türkischen Herrschaft: Die Türken belagerten das Land fortwährend, bis sie schließlich 1541 Buda, die Hauptstadt, den Vorgängen vom heutigen Budapest eroberten. Das Land wurde in drei Teile zerrissen: das nördliche Teil, das Hochland umgeben von den Karpaten war offiziell Ungarn, wo der deutsche Kaiser herrschte. Mitte und das südliche Teil des Landes waren unter türkischer Herrschaft, die Bastei der Ungarn ist nur Siebenbürgen geblieben, das von einem ungarischen Fürsten regiert wurde (heute gehört Siebenbürgen in Gänze zu Rumänien).Die Heldenhaftigkeit der Ungaren zeigte sich während der 150jährigen Türkenherrschaft in den Burgkämpfen. Der bekannteste Kampf deren war die Verteidigung der Burg von Eger, wo der Burgkapitän, István Dobó, an der Spitze von Tausend Ungaren die Burg gegen die Erobererheere von Hunderttausenden Kämpfern erfolgreich verteidigte. Da sie keine Munition hatten, kippten die Egerer, unter ihnen auch Frauen, heißes Wasser, manchmal Suppe, in den Hals der Belagerer. Im Westen, in den türkenscheuenden, christlichen Ländern gilt der Spruch: Ungarn, Bastei von Europa.
1686 schlossen sich die westlichen Mächte zusammen, und eroberten Buda zurück. Von hier beginnt der Fall des Türkischen Reiches. Ungarn bleib aber erneut unter fremder Herrschaft, Habsburg-Herrscher folgten aufeinander, dies konnte nicht einmal der heldenhafte Rákóczi Freiheitskampf ändern. Der unter dem Namen von II. Ferenc Rákóczi, Fürsten aus Siebenbürgen geführte Freiheitskampf dauerte zwischen 1704-11.
Am 15. März 1848 meldete sich Ungarn als erstes Land gegen die Habsburgherrschaft mit einer bürgerlichen Revolution und Nationalfreiheitskampf, die die Verfolger der liberalen Idee auf der ganzen Welt begeistert begrüßten. Den Freiheitskampf von 1848 schlugen die Österreicher mit den Russen vereint ais Siebenbürgens Richtung nieder. Die blutige Periode der Abrechnungen begann. Nach zwei Jahrzehnten, 1867 erfolgte als Folge der klugen Politik von Ferenc Deák der Kompromissabschluss mit dem Habsburgreich, mit Österreich. Ungarn erhob sich rechtlich auf die selbe Stufe, wie Österreich, der Herrscher ist gemeinsam geblieben, der Habsburg Kaiser, der König von Ungarn. Es kam eine relativ gedeihende, friedliche Periode, Buda und Pest wurden vereint, und auf den Rang einer Weltstadt erhoben.
Ungarn rutschte in den I. WK mit Österreich zusammen hinein. Als kleine Nation im 20. Jahrhundert konnte es sich dem anschließen, dem es am nächsten stand. Beim Friedensabschluss nach dem I. WK verlor es drei Viertel seines Gebietes, viele Millionen Ungaren sind außerhalb der Landesgrenze geblieben: Preßburg, Kaschau, Klausenburg, Oradea. Von dem Wunsch, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern, und da es durch seine geographische Lage den Bestrebungen des Deutschen Reichen nicht widerstehen konnte, ging Umgarn an der Seite von Deutschland, der nazistischen und faschistischen Mächte in den II. WK. In der Schlacht beim Fluß Don erlitt die aus Ungaren rekrutierte Streitmacht eine katastrophalen Verlust, etwa 300 Tausend Ungaren sind gestorben (unter ihnen wahrscheinlich der Onkel des Verfassers dieser Zeilen). Mit dem Voranschreiten des Krieges kam das Land unter die Führung von irredentistischen, schovinistischen und antisemitischen Kräften. In den letzten Monaten des Krieges eroberten die russischen Heere das Land von den Deutschen, das wieder auf der Verliererseite stand. Die Ungarnfeindlichkeit nach dem Krieg ist vor allem in der Tschechoslowakei bemerkbar: sie sprachen den Ungaren Kollektivschuld des Krieges zu, sie wurden ihrer Rechte, ihrer Staatsbürgerschaft beraubt, es kam zur Deportierung und zum Wohnungstausch. Ungarn stand nach dem II. WK. bis zum demokratischen Systemwandel, bis 1989-90 unter dem Einfluß und der Parteiregime von Rußland. Besonders am Anfang der 50er Jahre waren die Stalin Autokratie, die politischen Inhaftierungen, Spitzel, zur Zwangsarbeit Verurteilte, bzw. der um den Parteisekretär entstandener Personalkult charakteristisch. 1956 starteten die Ungaren als Erste in Europa eine Revolution gegen die Unterdrückung.